Weltweit gibt es seit 9/11 den Trend, Überwachungsmaßnahmen auszuweiten. Von der Bevölkerung wird das meist hingenommen. In Großbritannien springen jetzt auch private Kinobetreiber auf diesen Zug auf: Die Videoüberwachung in Kinos wird etabliert.
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben diese Welt nachhaltig verändert. Eine Folge ist, dass die Verhinderung von Terroranschlägen immer wieder als Rechtfertigung für zusätzliche Überwachung genannt wird. Schritt für Schritt wird die Überwachung ausgeweitet. Da alles in kleinen Schritten passiert, bleiben Proteste der breiten Massen und Medien aus. Ein Phänomen, welches das Gleichnis vom gekochten Frosch treffend beschreibt.
Ein Vorreiter in Punkto Überwachung waren stets die Briten. Die Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen dürfte dort schon ziemlich hoch sein, schließlich haben Unschuldige sowieso nichts zu befürchten
. Und so verwundert es nicht, dass ein weiterer Vorstoß in Richtung Totalüberwachung von der Insel kommt. Laut einem Bereicht des britischen Telegraph und von heise online lassen dort zwei private Kinoketten (Vue Entertainment und Odeon Cinemas) die Kinosäle neuerdings videoüberwachen.
Dank der Überwachungsmaßnahmen hätte das Personal die Besucher besser im Blick, wodurch Verbrechen verhindert
werden sollen. Die Bilder sollen einen Monat lang gespeichert und anschließend automatisch gelöscht
werden. Das lassen sich die Kinobetreiber rund 40000 Euro kosten. Das System wäre ein großer Erfolg - die Vorfälle, die zu einer Beeinträchtigung des Besuchererlebnisses
geführt hätten, sei seit der Installation der Systeme dramatisch zurückgegangen
. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt.
Natürlich stellt sich auch die Frage, welche Verbrechen damit aufgedeckt werden sollten, sodass sich diese Investition lohnt. Zahlreiche Kommentatoren glauben, dass Besucher eingeschüchtert werden sollen, sodass diese keine selbst mitgebrachten Getränke und Snacks mehr konsumieren. Schließlich erzielen Kinobetreiber gerade damit große Gewinnspannen. Und so wird es mich auch nicht verwundern, wenn in Zukunft Kinobesucher früher oder später auch mit Taschenkontrollen schikaniert werden.
Die Betreiber versuchen das natürlich als positiven Schritt zu verkaufen, schließlich werden Beeinträchtigungen des Besuchererlebnisses vermieden
. Vielleicht übersehen sie, dass es auch Besucher gibt, die für das Thema Überwachung sensibilisiert sind und deswegen von den Kinos fernbleiben. Und dann geht wieder das große Gejammer los, dass Kinos so schlecht besucht sind ...
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