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Facebook vs. StudiVZ

StudiVZ wurde schon oft vorgeworfen, nur eine schlechte Kopie von Facebook zu sein. Was bisher für Diskussionsstoff im Internet sorgte, wird nun zu einer juristischen Auseinandersetzung. Facebook hat vor einem amerikanischen Gericht eine Klage gegen StudiVZ eingereicht.


Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass Facebook eine Klage gegen StudiVZ eingereicht hat. Facebook wirft seinem deutschen Pendant vor, geistiges Eigentum kopiert zu haben und somit die Rechte von Facebook zu verletzen. StudiVZ muss sich also demnächst nach kalifornischem Recht in den USA verantworten.

Kurz darauf erklärte StudiVZ, die Klageschrift sei noch nicht eingegangen - bekannte Vorwürfe aus Medienberichten seien aber haltlos. Marcus Riecke, der Geschäftsführer von StudiVZ, sah dem gelassen entgegen. Auf heise online wird er wie folgt zitiert:

Mit dem Versuch, StudiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven.

Niedermayr erklärt dies zum Zitat des Tages und fragt sich berechtigterweise, ob es nicht ebenso vermessen ist, sämtliche Domainnamen nach dem Muster xxxxxVZ für sich zu beanspruchen. StudiVZ hat bekanntlichweise aufgrund dieses Anspruchs zahlreiche Abmahnungen gegen Website-Betreiber versendet.

Wie Netzwertig berichtet, ist nun die vollständige Klageschrift online abrufbar. Facebook listet darin penibel auf, was StudiVZ alles nachgemacht haben soll. Interessant ist auch, dass hierbei auf Beiträge einige Blogger verwiesen wird, welche StudiVZ mehr oder weniger deutlich des Plagiats bezichtigen. Ein kurzer Blick in die Klageschrift zahlt sich jedenfalls aus:

INTRODUCTION

1. This is a case to stop StudiVZ from running a knockoff of Facebook's website. StudiVZ.net, launched a year and a half after the debut of Facebook's website, was built by copying the look, feel, features and services of facebook.com. StuiVZ's founders have publicly admitted as much. Capitalizing on the success of Facebook, StudiVZ has quickly expanded its native Germany to many other nations thoughout Europe. A great deal, if not all, of StudiVZ's success is due to copying and misuse of Facebook's intellectual property.

StudiVZ does not and cannot provide the same level of quality of user experience as Facebook, and Facebook has no ability to control StudiVZ's user experience. Facebook is concerned that, because StudiVZ looks like Facebook and incorporates similar features and functionality to Facebook, users will incorrectly believe that StudiVZ is associated with Facebook. Facebook does not want the goodwill it has worked so hard to build to suffer because of the failure of StudiVZ to adhere the same standards of quality, privacy and service as Facebook. Facebook, therefore, seeks to end StudiVZ's illegal activity to ensure that users are not confused and Facebook's reputation remains unharmed.

Facebook beklagt also nicht unmittelbar den Ideenklau, sondern vielmehr die Gefahr, fälschlich mit StudiVZ in Verbindung gebracht zu werden -- was, so die Argumentation von Facebook, aufgrund der schlechteren Qualität von StudiVZ dem Original schaden würde.

Mangels Kenntnis des amerikanischen Rechts kann ich nicht beurteilen, wie die Chancen von Facebook stehen, und welche Folgen ein Urteil zugunsten Facebook haben könnte. Das juristische Duell in Kalifornien wird aber nicht das einzige bleiben. StudiVZ hat eine negative Feststellungsklage bei einem deutschen Gericht eingereicht, und Facebook überlegt indessen auch nach deutschem Recht vor einem deutschen Gericht zu klagen. Eine Fortsetzung ist also gewiss ...

Veröffentlicht am 30.07.2008.

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